Title: Native Advertising: Werben im Look &amp; Feel des Mediums
Author: RegioHelden
Published: 26. Juni 2019
Last modified: 27. November 2024

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# Native Advertising: Werben im Look & Feel des Mediums

 Veröffentlicht am 26. Juni 201927. November 2024

Online-Werbung – da denkt man sofort an Webseiten, auf denen zehn Banner gleichzeitig
aufpoppen und man zwischen lauter Blitzen und Blinken erst einmal den eigentlichen
Inhalt der Seite suchen muss. Das nervt! Aber längst ist in der Online-Marketing-
Welt von einer neuen Werbeform die Rede: Native Advertising. Als moderne Ergänzung
zur klassischen Display-Werbung treten Native Ads auf Online-Plattformen von sogenannten
Publishern auf.

Im Unterschied zur klassischen Werbeschaltung werden die Beiträge im Look and Feel
des Trägermediums platziert und sind für Nutzer kaum als Werbung zu erkennen. Daher
rührt auch der Name Native Ads: Durch ihre Aufmachung und Platzierung im nativen
Umfeld des Mediums stören die Anzeigen das Nutzerverhalten nicht und wirken daher
ebenso vertraut wie redaktionelle Inhalte, was für Unternehmen Chancen auf der einen
und Risiken auf der anderen Seite birgt.

## **Warum Native Ads?**

Für Native Advertising gilt im besten Falle, dass das Werbeformat mehr Inhalt als
Werbung ist und einen informativen Mehrwert bietet. Damit punktet Native Advertising
gegenüber klassischer Display-Werbung mit einer Reihe von Vorteilen: Zum einen sind
die Interaktionsraten vergleichsweise hoch, da Native Ads zum Teilen anregen. Zum
anderen sind gesponserte Inhalte für Werber interessant, weil der Beitrag in einem
Umfeld platziert ist, dem der Leser im Normalfall bereits Vertrauen entgegenbringt.
Dieser Vertrauensvorschuss ist allerdings schnell verspielt, wenn der Artikel inhaltlich
nicht zur Seite passt.

Ist die Kooperation zwischen Marke und Webseite nicht glaubwürdig, schadet das nicht
nur der Glaubwürdigkeit der Werbung, sondern stiftet auch Verwirrung bei den Nutzern.
Umgekehrt kann hochwertiger Native Content eine Marke modern, engagiert und kreativ
erscheinen lassen. Publisher sollten aus den genannten Gründen genau abwägen, welche
Inhalte sie auf der eigenen Plattform zulassen.

## **Welche Arten von Native Advertising gibt es?**

### **Text-Bild-Anzeigen**

Wie der Name schon vermuten lässt, bestehen Text-Bild-Anzeigen aus einer Grafik 
und einem Titel sowie einer Kurzbeschreibung. Obwohl sie als Anzeige gekennzeichnet
sind, wirken die sogenannten Teaser redaktionell und sollen den Nutzer zum Klicken
animieren. Daher werden die Anzeigen vermehrt im direkten redaktionellen Umfeld 
platziert und beispielsweise unterhalb von Artikeln, in Spalten, aber eben auch 
direkt im Newsfeed-Bereich eingebunden. Auch im Stream Sozialer Netzwerke sind Text-
Bild-Anzeigen mittlerweile immer häufiger zu finden. Sobald der Nutzer die Anzeige
anklickt, verlässt er das redaktionelle Umfeld und wird auf eine Landingpage geführt.

### **Advertorials**

[Advertorials](https://stroeer-online-marketing.de/blog/2019/content-marketing-wie-schreiben-sie-ein-gutes-advertorial/)
werden in Form von bezahlten redaktionellen Inhalten gezielt in einem gewünschten
Medium geschaltet. Die Artikel müssen als Anzeige bzw. Sponsored Content gekennzeichnet
und ganz auf das Medium abgestimmt werden, in dem sie platziert werden. Sie laufen
für eine bestimmte Zeit und werden teilweise für Suchmaschinen indexierbar oder 
nicht indexierbar veröffentlicht. Da Nutzer bei einem Klick auf den Artikel auf 
der derzeitigen Plattform bleiben und den Inhalt dort lesen können, kommt das Werbeformat
ohne einen Medienbruch aus.

## **Rechtliches: Werbung muss erkennbar sein!**

In Deutschland unterliegen Werbeanzeigen der sogenannten Kennzeichnungspflicht. 
Diese schreibt vor, dass Werbung mit einem entsprechenden Schriftzug („Sponsored
Post“, „Anzeige“ oder „Sonderveröffentlichung“) kenntlich gemacht werden muss. Das
gilt auch für Native Ads, die zwar ein natives Erscheinungsbild haben, aber dennoch
als Werbung gekennzeichnet werden müssen.

Bei der Form und Ausprägung der Offenlegung haben Publisher sich an bestimmte Vorgaben
zu halten. So muss die Kennzeichnung gut sichtbar sein und eindeutig klären, dass
es sich um eine bezahlte Anzeige handelt. Das bedeutet: Unabhängig des genutzten
Gerätes sollte ein aufmerksamer Nutzer zwischen einer bezahlten Anzeige und einem
redaktionellen Beitrag unterscheiden können.

## **Native Advertising: ja oder nein?**

Die Meinungen zum Thema Native Advertising gehen nicht nur bei Nutzern, sondern 
auch bei Publishern und Medienkritikern stark auseinander. Auf der einen Seite punktet
die Werbeform damit, dass sie interessanten Content bietet, genau auf die Bedürfnisse
der Leser zugeschnitten ist und weniger aufdringlich ist als beispielsweise klassische
Online-Banner. Publishern bietet sie die Möglichkeit, hochwertige und relevante 
Inhalte auszuspielen und dabei vom Trust der Marke zu profitieren.

Auf der anderen Seite sehen Kritiker in Native Ads die Gefahr, nicht ausreichend
gekennzeichnete Werbung mit redaktionellen Inhalten zu vermischen. Diese „Unterwanderung“
kann im schlimmsten Fall zu einem Vertrauensverlust der Nutzer führen. Zwar unterliegt
Werbung, wie bereits erwähnt, der Kennzeichnungspflicht, doch viele Webseitenbetreiber
versuchen, diese durch Umschreibungen wie „Sponsored Post“ oder „Ein Service von…“
zu umgehen.

In einem Punkt sind sich sowohl Kritiker als auch Befürworter aber einig: Native
Advertising soll nicht dadurch funktionieren, dass Nutzer getäuscht werden, indem
Publisher die Werbeanzeigen als redaktionelle Inhalte tarnen. Vielmehr soll die 
Werbeform durch informative, wenig aufdringliche Inhalte glänzen und angeklickt 
werden, obwohl es sich dabei um Werbung handelt.

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